Heiraten im Sommer klingt nach Sonne, Wiese und langen, lauen Abenden. Meistens stimmt das auch. Bis das Thermometer auf 38 Grad klettert und die ersten Gäste in Reihe sechs zum nächsten Baum schielen.
„Wir heiraten im Sommer draußen“ – und dann kommt die Sonne
Diesen Satz höre ich oft. Und ich verstehe ihn. Draußen heiraten, am Wasser, auf der Wiese, unter freiem Himmel: Das ist für viele Paare genau das Bild, das sie sich wünschen.
Was im Bild fehlt, ist die Sonne, die ab Mittag senkrecht auf diese schöne offene Wiese knallt.
Als freie Traurednerin stehe ich die ganze Zeremonie vorne. Ich sehe alles. Wie Reihe eins tapfer durchhält, weil da die Eltern sitzen und sich keine Blöße geben wollen. Und ich sehe, wie Reihe fünf nach fünf Minuten anfängt, sich Richtung Schatten zu sortieren.
Das liegt nicht an eurer Trauung. Das liegt an der Sonne. Und das Gute ist: Man kann eine Menge dagegen tun, ohne dass die Hochzeit weniger schön wird.
Warum Heiraten im Sommer so beliebt ist (und wo der Haken liegt)
Der Sommer ist die Hauptsaison für freie Trauungen. Aus guten Gründen:
- lange, helle Abende
- warme Temperaturen für eine Feier unter freiem Himmel
- Locations am Wasser, im Garten oder auf dem Land zeigen sich von ihrer besten Seite
Der Haken ist nicht der Sommer. Der Haken ist die pralle Mittagssonne. Ein warmer Sommertag mit 24 Grad und ein bisschen Wind ist ein Geschenk. Ein wolkenloser Tag mit 38 Grad und keinem Schatten weit und breit ist eine Herausforderung. Für eure Gäste, für eure Dienstleister, und ehrlich gesagt auch für euch im Brautkleid und im Anzug.
Die gute Nachricht: Mit drei einfachen Entscheidungen nehmt ihr der Hitze den größten Teil ihres Schreckens.
Regel 1: Stühle in den Schatten
Das ist die wichtigste von allen. Ihr habt die offene Wiese gebucht, weil sie so schön ist. Völlig richtig. Aber stellt die Stühle nicht mitten in die Sonne, nur weil das Foto dann symmetrischer aussieht.
Sucht den Schatten. Unter Bäumen, an einer Hauswand, unter einem Segel oder einem Pavillon. Wenn es keinen natürlichen Schatten gibt, schafft ihr welchen: Sonnensegel, große Schirme, eine Pergola.
Und wenn wirklich alles in der Sonne liegt, dann dreht wenigstens die Bestuhlung so, dass niemand die Sonne direkt im Gesicht hat. Eure Gäste danken es euch. Eure Eltern in Reihe eins ganz besonders.

Regel 2: Wasser tut Not, nicht nur Sekt
Zum Empfang gibt es Sekt. Schön. Aber Sekt löscht keinen Durst, Sekt macht ihn größer.
Stellt Wasser bereit. Sichtbar, reichlich, kalt. Am besten schon, bevor die Zeremonie beginnt, nicht erst danach. Ein paar Karaffen am Rand, eine Wasserstation, gekühlte Flaschen in einem Zuber mit Eis.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie das ist, wenn man bei dieser Hitze über eine Stunde im Einsatz ist und das nächste Glas Wasser in weiter Ferne liegt. Das gilt für eure Gäste genauso. Niemand erinnert sich später gern an die Trauung, bei der alle Durst hatten.
Regel 3: Nicht um 14 Uhr heiraten
Die Mittagssonne ist die heißeste und die unbarmherzigste. Genau dann fängt aber traditionell die Zeremonie an.
Überlegt, ob ihr die Trauung in den späten Nachmittag legt. 16 oder 17 Uhr, wenn die Sonne schon tiefer steht. Das Licht ist dann ohnehin schöner, weicher, goldener. Eure Fotografin wird euch dafür lieben, und eure Gäste schwitzen deutlich weniger.
Das verschiebt natürlich den ganzen Tagesablauf, also stimmt es früh mit eurer Location und euren Dienstleistern ab. Aber es ist eine der wirksamsten Stellschrauben überhaupt.
Was die Hitze mit euren Gästen macht
Hitze ist nicht nur unangenehm, sie verändert die Stimmung. Müde, durstige, überhitzte Gäste sind weniger präsent. Sie hören weniger zu. Das Lachen wird seltener. Heimlich zählen sie die Minuten.
Das ist schade, denn ihr habt euch diesen Moment ja gewünscht, weil er etwas bedeuten soll. Wenn ihr ein paar einfache Dinge bedenkt, bleiben eure Gäste wach, da und bei euch:
- Schatten und Wasser (siehe oben)
- eine Zeremonie, die nicht künstlich in die Länge gezogen wird
- vielleicht ein kleiner Hinweis auf der Einladung: „Denkt an Sonnenschutz und luftige Kleidung“
So einfach. So wirksam.
Behaltet in den Tagen vorher die Wettervorhersage im Blick, dann könnt ihr beim Schatten notfalls noch nachsteuern.
Was ihr anziehen könnt, ohne zu schmelzen
Ihr steht im Mittelpunkt, und ihr seid die Einzigen, die ihr Outfit nicht einfach ausziehen könnt. Bei Hitze lohnt sich der Gedanke vorher.
Leichte, atmungsaktive Stoffe machen einen riesigen Unterschied. Leinen, Baumwolle, dünne Seide statt schwerer, mehrlagiger Schichten. Für die Braut eine zweite, leichtere Option für die Feier am Abend. Für den Bräutigam: Das Sakko darf nach der Zeremonie auch mal über die Stuhllehne.
Es geht nicht darum, weniger schön auszusehen. Es geht darum, den Tag tatsächlich genießen zu können, statt ihn durchzuschwitzen.
Kleine Helfer, die viel ausmachen
Es sind oft die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Eine Auswahl, die sich bewährt hat:
- ein Korb mit Fächern für die Gäste
- ein paar Sonnenschirme zum Ausleihen
- Sonnencreme an der Wasserstation
- für ältere Gäste ein schattiger Sitzplatz, reserviert
- bei langer Anreise: ein kühler Rückzugsort
Nichts davon ist teuer. Alles davon zeigt euren Gästen: Ihr habt an sie gedacht.
Was ihr getrost ignorieren könnt
Und jetzt die Entlastung, denn ihr sollt euch nicht verrückt machen.
Ihr braucht keine Klimaanlage unter freiem Himmel. Ihr müsst nicht für jeden Gast eine persönliche Kühlbox stellen. Und ihr seid nicht schuld am Wetter.
Heiraten im Sommer heißt, mit der Sonne zu planen, nicht gegen sie zu kämpfen. Wer Schatten, Wasser und einen klugen Zeitpunkt mitdenkt, hat das Wichtigste getan. Der Rest ist Sommer, und der darf sich auch warm anfühlen.
Eine Sommerhochzeit muss nicht heißen, dass alle leiden. Sie darf sich leicht anfühlen. Man muss der Hitze nur ein paar Schritte voraus sein.
Mein Fazit
Heiraten im Sommer ist wunderbar. Die langen Abende, das Licht, die Wärme: All das gehört zu den schönsten Seiten einer Trauung unter freiem Himmel.
Ihr müsst der Hitze nur ein bisschen entgegenkommen. Stühle in den Schatten. Wasser für alle. Und lieber später am Tag als in der Mittagssonne.
Drei Entscheidungen. Mehr braucht es nicht, damit aus einem heißen Tag ein leichter wird.
Lust auf eine Trauung, die sich nach euch anfühlt?
Wenn ihr im Sommer heiraten möchtet, ehrlich, persönlich und mit genau der richtigen Mischung aus Tiefe und Leichtigkeit, dann lasst uns ins Gespräch kommen.
Manchmal reicht ein erstes Kennenlernen, um zu spüren, ob es passt. Und ja, ich denke auch an den Schatten.
Ich bin Martina, freie Traurednerin aus Hamburg, und ich liebe es, Menschen glücklich zu machen und mit meinen Worten bleibende Momente zu schaffen. Als freie Rednerin bin ich bei allen bedeutenden und emotionalen Momenten des Lebens dabei, von Kinderwillkommensfesten über Hochzeiten bis zu Abschieden, begleite sie und freue mich, wenn der Tag zu einem ganz besonderen wird.

Häufige Fragen zum Heiraten im Sommer
Wann ist die beste Uhrzeit für eine freie Trauung im Sommer? Der späte Nachmittag, etwa zwischen 16 und 17 Uhr. Die Sonne steht dann tiefer, es ist nicht mehr so heiß, und das Licht ist weicher und schöner für die Fotos. Die Mittagssonne um 14 Uhr ist die heißeste Zeit des Tages und für eine Zeremonie unter freiem Himmel am unangenehmsten.
Wie schütze ich meine Gäste bei einer Hochzeit vor Hitze? Die drei wichtigsten Dinge sind Schatten, Wasser und der richtige Zeitpunkt. Stellt die Stühle in den Schatten oder schafft mit Sonnensegeln und Schirmen welchen, sorgt für reichlich kaltes Wasser schon vor der Zeremonie, und legt die Trauung in den späten Nachmittag. Fächer und Sonnencreme für die Gäste helfen zusätzlich.
Was zieht man bei einer Sommerhochzeit bei großer Hitze an? Leichte, atmungsaktive Stoffe wie Leinen, Baumwolle oder dünne Seide statt schwerer, mehrlagiger Kleidung. Für die Braut kann sich eine zweite, leichtere Option für den Abend lohnen. Das Sakko des Bräutigams darf nach der Zeremonie gern ausgezogen werden.
Lohnt sich eine freie Trauung draußen trotz Hitze? Ja. Eine Sommerhochzeit unter freiem Himmel gehört zu den schönsten Varianten überhaupt. Mit ein wenig Planung, vor allem Schatten, Wasser und einem klugen Zeitpunkt, lässt sich die Hitze gut in den Griff bekommen, ohne dass der Tag an Stimmung verliert.
Neueste Kommentare