COVID-19 und die Frage: Können wir heiraten?

2020 sollte ein besonderes Jahr für viele meiner Brautpaare werden! Das Jahr in dem sie ‚Ja!‘ zueinander sagen wollen. ‚Ja‘, zu einem gemeinsamen Leben, zu einem nicht enden wollenden Abenteuer. Dieses Jahr soll ihr Start ins Eheglück werden.

Wie sich heraus stellt, hat dieses Jahr viel mehr zu bieten. Ein echtes Abenteuer, in dem man nicht weiß, was noch passieren wird. Eine Zeit des Zusammenhaltes und der Neuorientierung!

Meine erste und vorerst letzte Trauung in diesem Jahr fand am 14. März 2020 im Schloss Reinbek statt. Danach wurden alle Locations im wahrsten Sinne zugeschlossen. Dabei war ich so unfassbar glücklich zwei Menschen aus anderen Kulturkreisen zu trauen.

Ja! und Nein?

Da mein anderes Standbein der Tourismus ist, brach ab diesem Tag alles zusammen. Stornierte Stadtrundgänge, geplatzte Kreuzfahrt-Bustouren, traurige Reisegruppen aus anderen Ländern, eingeschränkte Reisebedingungen, Gästeführer-Kollegen vor dem Aus – das war der Gesprächsstoff Nr. 1 in den letzten beiden März Wochen.

Was all meinen Paaren und auch mir bewusst wurde: trotz allen Hoffens kann es kritisch mit den Trauungen werden, die im April und im Mai geplant waren. Dabei handelt es sich bei Hochzeitsgesellschaften größtenteils um private Veranstaltungen, für die zunächst andere Regeln als für öffentliche Veranstaltungen gelten.

Ein Warten, eine Unsicherheit, eine Verzweiflung setzte ein. Was sagt die Bundesregierung? Und was sagen die Länder? Schleswig-Holstein macht dicht – Einreiseverbot. Mecklenburg-Vorpommern kontrolliert ebenfalls die Grenzen. Niedersachen? Nur die Inseln bleiben geschlossen, ansonsten keine Einschränkung. Mein ‚nordischgetraut‘-Gebiet teilte sich.

#wirbleibenzuhause

Zum Glück kann man als Solo-Selbstständige, die ausschließlich von der Hochzeitsbranche und dem Tourismus lebt, auf die Soforthilfe des Landes (in meinem Fall Hamburg) und des Bundes hoffen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit dem Prozess der Beantragung, der Berechnung des Liquiditätsengpasses und der Abstimmung mit Kollegen wurde sehr schnell das Geld überwiesen. Dankbarkeit und Aufatmen machten sich breit.

Und nun sind wir in der Woche 7 des Shut Downs mit Schnutenschutz.

Viele meiner Paare haben sich sicherheitshalber und glücklicherweise für eine Verschiebung entschieden. Das Jahr 2021 stellt jetzt schon eine Herausforderung für meinen Kalender da. Aber bisher freue ich mich, solch tolle Paare zu haben, die so hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Sie glauben an ihre Liebe und an ihre freie Trauung!

Und das ist mein Grund für diesen Beitrag. Die Zukunft wird sich zeigen, aber was bleibt ist die Hoffnung an die Liebe und dass alles gut werden wird.

Ich bin guter Dinge, dass wir uns bald wieder sehen und trauen können. Der Sommer liegt noch vor uns und der Herbst kommt ganz bestimmt. Und es gibt doch kein schöneres Bild, als das der Brautleute, wenn sie sich zum ersten Mal in ihrer Robe sehen und sich zueinander bekennen. Könnt ihr euch das Glitzern in den Augen vorstellen? Oh ja, ich will!

 

Also bleibt positiv. Ich stehe sturmerprobt an eurer Seite!